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Foto: Luise Locker U, LANDHOTEL Locker****
Alles dreht sich um den Strudel
Apfelstrudel & Co...
Kaum eine Süßspeise ist wohl so weltbekannt wie der Altwiener Apfelstrudel! Diese traditionelle österreichische Süßspeise galt ursprünglich als einfache und schmackhafte Mahlzeit für arme Leute. Vorbilder sollen aus der byzantinischen, armenischen oder türkischen Küche stammen, historische Bezüge der Stadt Wien findet man zu allen drei Kochtraditionen. Als Grundlage gilt vermutlich die türkische Baklava, deren Rezeptur mit den Janitscharen des Osmanischen Reiches nach der Eroberung von Byzanz 1453 über den Balkan bis nach Wien gebracht wurde.
Die Wiener Küche entwickelte dieses Gericht schließlich weiter und verfeinerte es zu dem, was wir heute kennen. Die Speise erreichte daraufhin auch in allen Ländern der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie rasche Beliebtheit, daran hat sich bis heute nichts geändert. Schon alleine beim Gedanken an die längliche Rolle aus Strudelteig mit der süßen Füllung aus zerkleinerten Äpfeln, Zimt, Rosinen und gerösteten Semmelbröseln, wird einem ganz warm ums Herz.
Der Strudel Strudel, auch Strudl, ist die Bezeichnung für eine gefüllte und gebackene oder auch gekochte Teigrolle. Je nach Rezept verwendet man dafür einen Strudelteig, manchmal aber auch Blätter- oder Germteig (Hefeteig). Das Wort „Strudel“ ist so bekannt, dass es als deutsches Lehnwort in die englische Sprache eingegangen ist - allerdings nur für die süßen Variationen.
Teigzubereitung und Arbeitstechnik Die Herstellung des Strudelteigs ist grundsätzlich ganz einfach, erfordert aber viel Gefühl und eine genaue Arbeitstechnik. Die Kunst der Zubereitung besteht vor allem im Ausrollen beziehungsweise Ausziehen des Teigs. Dieser sollte so dünn sein, dass man eine darunter liegende Zeitung lesen kann. Dies gelingt am besten, wenn der Teig auf einem bemehlten Tuch der Länge und der Breite nach ausgerollt wird (die Fläche leicht ölen) und danach erst mit den Händen bzw. Handrücken so weit ausgezogen wird, bis der Teig über den Tischrand hinausreicht. Könner werfen den Teig dabei drehend in die Luft, wie auf unserem Foto vom LANDHOTEL Locker gut zu sehen ist. Danach belegt man ihn mit der gewünschten Füllung und rollt ihn mit Hilfe des Küchentuches auf. Der fertig gefüllte Strudel wird im Backofen gebacken und sollte frisch, am besten noch warm serviert werden.
Strudelvariationen in den LANDHOTELS Österreich Alles, was gut ist un d schmeckt, findet man auch in den ausgezeichneten Küchen der LANDHOTELS Österreich. In der Strudelstube vom LANDHOTEL Schafhuber werden täglich 5 – 6 verschiedene Strudeln frisch gebacken, da man auf den Gebrauch der Mikrowelle bewusst verzichtet. „Meine Großmutter war eine begnadete Mehlspeisköchin. In einer harten Schule lernte ich von ihr, wie man die besten Strudeln macht. Als ich meinen Mann kennenlernte, machte meine Mutter mir klar: Eine gute Ehefrau wirst du erst dann, wenn du den Liebesbrief von deinem Schatz unter dem ausgezogenen Strudelteig lesen kannst. So übte und übte ich, und freute mich über jeden gelungenen Strudel.“, erzählt Lisbeth Schafhuber, die Strudelköchin von Maria Alm-Hinterthal.
Eine weitere Strudel-Besonderheit wird im Mostviertel, an der „Wiege Österreichs – Ostarrichi“ im LANDHOTEL Gafringwirt von Familie Hochholzer angeboten: der sogenannte „Ostarrichistrudel“. Dieser Blätterteigstrudel wird mit Topfen, Äpfel und gedörrten Zwetschken aus der Region gefüllt und mit einem rot-weißen Fruchtspiegel (passend zu Österreich) garniert. Der Ostarrichistrudel schmeckt hervorragend, zu jeder Jahreszeit – unbedingt ausprobieren!
Unzählige Strudelvariationen werden in österreichischen Menükarten angeboten: Altwiener Apfelstrudel, Topfenrahmstrudel, Marillenstrudel, Heidelbeerstrudel, Zwetschkenstrudel, Herbststrudel, Schokoladestrudel, Früchtestrudel, Kirschstrudel, Rhabarberstrudel, Mohnstrudel, Beerenstrudel - um einige zu nennen. Wer „Pikantes“ bevorzugt, hat ebenso die Qual der Wahl: vom Steirischer Krautstrudel, Schwammerlstrudel, Fleischstrudel, Spinatstrudel, Schinken-Käsestrudel, Kräutertopfenstrudel, Gemüsestrudel, Bohnenstrudel, Bärlauchstrudel bis hin zum Blunzenstrudel ist alles vertreten. Es scheint so, als gäbe es beim Strudel gar keine Grenzen...
Rezeptur "Altwiener Apfelstrudel"
Strudelteig (ca. 15 Portionen): 250 g glattes Mehl ca. 1/8 l lauwarmes Wasser 1 Ei 25 g Öl 2 g Salz |
Teigzubereitung: Sämtliche Zutaten zu einem zähen, weichen, glatten Teig verarbeiten, bis er sich vom Brett oder Kessel löst und seidig glänzend und glatt ist. Mit Öl bestreichen – eventuell gewärmtes Geschirr darüber stülpen (so entspannt sich der Kleber im Mehl schneller) und ca. ½ Stunde rasten lassen. |
Apfelstrudel-Fülle: 1.500 g geschälte, geschnittene Äpfel ca. 100 g Zucker (je nach Säuregehalt der Äpfel) 70 g Rosinen (in Rum eingeweicht) 80 g grob gehackte Nüsse 5 g Zimt |
120 g Semmelbrösel und 80 g Butter rösten
80 g Butter (zum Bestreichen des Teiges)
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Arbeitstechnik (wie im Text oben erklärt) befolgen. Zwei Drittel der Teigfläche mit in Butter gerösteten Bröseln bestreuen, blättrig geschnittene Äpfel darauf gleichmäßig verteilen. Mit Zucker, Rosinen, gehackten Nüssen und Zimt bestreuen. Offenes Teigdrittel mit dem Pinsel mit reichlich zerlassener Butter beträufeln, um dadurch die etwas stärker gehaltene Oberschicht knusprig zu bekommen. Nach der Füllung werden die Teigränder abgeschnitten. Der Strudel wird mit Hilfe des Tuches, beginnend mit der gefüllten Seite, gleichmäßig eingerollt und auf ein befettetes Backblech gelegt. Nun die Oberfläche mit Butter bestreichen und mittelheiß, ca. 180° C backen. Öfters mit Butter bestreichen. Den fertigen Strudel angezuckert kalt oder warm servieren.
Gutes Gelingen!
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