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Original Wiener Marillenknödel
Die Marille (Prunus armeniaca)
Endlich ist es wieder soweit: Die weichen, süßen Früchte mit dem unvergleichlich aromatischen Geschmack sind reif für die Ernte - Hurra, es ist Marillenzeit!
Die Marille oder Aprikose (lat. Prunus armeniaca) zählt zur Familie der Rosengewächse und ist die Frucht des zwischen 4 und 10 m hohen Marillenbaums. Viele unterschiedliche Sorten werden in Österreich mittlerweile kultiviert. Alle eignen sich hervorragend zum Rohgenuss, lassen sich aber auch bestens zu Kompott, Marmelade, Gelée, Nektar, Likören, Schnäpsen und Trockenobst verarbeiten. Der aus den Marillensteinen befreite Samen wird zur Herstellung von Persipan-Rohmasse, einem Marzipan-Ersatz, verwendet. In der Kosmetikindustrie greift man häufig auf das in der Herstellung wesentlich billigere Aprikosenöl (ähnlich dem Mandelöl) zurück, welches besänftigend und hautkräftigend wirkt.
Die Geschichte der Marille Vor etwa 4.000 Jahren wurde die Marille in China kultiviert. Alexander der Große brachte sie später nach Griechenland und Italien. Durch die Römer wurde der Marillenbaum in unserem Raum verbreitet, bis er schließlich und endlich auch in die Wachau kam, dem wichtigsten österreichischen Marillen-Anbaugebiet. Der älteste in Österreich gefundene Marillenkern ist übrigens auf etwa 90 J. n. Ch. datiert!
Die Karo tte des Obstgartens Marillen werden als „Karotten des Obstgartens“ bezeichnet, da kein heimisches Obst mehr Beta-Carotin enthält. Diese Vorstufe von Vitamin A ist verantwortlich für gutes Sehen, gesunde Haut/Schleimhaut und für die Widerstandsfähigkeit gegen Infektionen. Auch blasse, blutarme Menschen sollten öfter zur Marille greifen: Die Wirkstoffkombination von Folsäure, Kupfer und Eisen macht Marillen zum idealen Begleiter. Die hohen Werte an Niacin stärken Nerven und Spannkraft und Vitamin C sorgt für ein gutes Immunsystem. Marillen verlangsamen den Alterungsprozess, beschleunigen die Zellbildung, binden freie Radikale und verbessern das Blutbild. Sie helfen gegen Müdigkeit und Konzentrationsschwäche und sollen selbst schlechte Laune wegwischen. Betrachtet man die Heilwirkung von Marillen, so kann man tatsächlich von einer Verlängerung der Lebenserwartung sprechen. (Sofern man die Früchte nicht ausschließlich in Form von Marillen-Schnaps zu sich nimmt...)
Ernte und Lagerung Nur baumreif geerntete Früchte besitzen einen voll entwickelten Geschmack. Die Ernte in der Wachau dauert etwa von Ende Juni bis Ende Juli. Werden die Marillen früher vom Baum geholt, bleibt die Frucht hart, trocken und aromaarm. Besorgen Sie sich daher vorrangig frische Marillen (auf dem Markt) und fragen Sie nach einer Kostprobe! Suchen Sie sich vollreife und weiche Früchte aus - die schmecken am besten. Sofern das Obst nicht innerhalb von 24 Stunden verzehrt oder verarbeitet wird, unbedingt kühl lagern! Marillen eignen sich auch sehr gut zum Einfrieren. Ihr Aroma geht dabei kaum verloren. Damit eingefrorene Marillen nicht aneinander kleben, die Früchte zuerst lose auf einem Blech oder Brett in den Gefrierschrank legen. Sobald sie gefroren sind rasch in die gewünschten Behälter umfüllen.
Gerne werden Marillen auch zu wohlschmeckenden Marmeladen, Aufläufen, Desserts und Torten verarbeitet. Da sie beim Erhitzen ihre natürliche Süße verlieren ergibt sich ein angenehmer Kontrast der süßen Grundlage mit den säuerlichen Marillen. Probieren Sie folgendes Rezept gleich aus, Sie werden staunen... Wir wünschen gutes Gelingen!
Wiener Marillenknödel
Teig (für ca. 12 Knödel): 1 kg Erdäpfel (mehlig) 250 g Mehl 60 g Butter 30 g Grieß 2 Eier eine Prise Salz |
Füllung: 12 Marillen 12 Stk. Würfelzucker
Brösel: 200g Butter 150g Semmelbrösel |
Zubereitung (ca. 40 Minuten): Die Erdäpfel kochen, schälen, etwas abkühlen lassen und in der Presse passieren. Die weiche Butter mit Eier, Grieß und einer Prise Salz vermischen. Anschließend zusammen mit den Erdäpfeln und der notwendigen Menge Mehl zu einem glatten Teig verarbeiten. Die Masse zu einer Rolle formen, in fingerdicke Scheiben schneiden und auf einer mit Mehl bestaubten Arbeitsfläche ablegen. Die Marillen mit dem Stiel eines Kochlöffels durchstoßen, den Kern entfernen und durch ein Stück Würfelzucker ersetzen. Auf jede Teigscheibe eine Marille setzen und den Teig gut und gleichmäßig dick um die Frucht formen. Die fertig geformten Knödel in leicht gesalzenes, kochendes Wasser legen. Ca. 10 Minuten bei schwacher Hitze kochen und weitere 10 Minuten ziehen lassen. In der Zwischenzeit die Butter erhitzen und die Semmelbrösel darin goldbraun rösten. Anschließend die abgetropften Knödel darin wälzen, bis sie gleichmäßig von den Butterbröseln bedeckt sind. Vor dem Servieren reichlich mit Staubzucker bestreuen.
Tipp: Die Marillenknödel brauchen viel Platz beim Kochen, da der Erdäpfelteig etwas aufgeht!
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