Udo Jürgens, eine lebende Legende! 
Der Mann ist eine Ikone, einer der ganz großen Entertainer unserer Zeit, ein Meister seines Fachs und - was nicht jeder weiß - Österreicher! Udo Jürgens ist ohne Zweifel schon zu Lebzeiten eine Legende. Unzählige Hits wie „Aber bitte mit Sahne“ und „Ich war noch niemals in New York“ haben ihn schon jetzt unsterblich gemacht. Stimmen wir ein in eine Hymne über einen Sänger, Komponisten und Autor, der auch nach über 50 Jahren seiner Karriere – selbst im Bademantel – die Massen begeistert.
Udo Jürgens, am 30. September 1934 unter dem bürgerlichen Namen Udo Jürgen Bockelmann in Klagenfurt geboren, passt in keine Schublade: Ob ruhige Balladen oder schnelle und bombastische Tanzstücke, mit einer Kombination aus deutschsprachigen Chansons und Schlagern schuf er einen eigenen Stil. Dabei integrierte er in seine Kompositionen immer wieder neue Musikrichtungen wie den Discosound, rockige Töne, Reggae oder sogar Country. Zudem gingen die Lieder und Texte des international gefeierten Musikstars ins Kulturgut so manchen Landes ein. „Griechischer Wein“ wurde in der griechischen Fassung zu einer Art Volkslied. Und mal ehrlich: Wer liebt es nicht auch hierzulande, dabei mitzusingen?
Neben seinen unzähligen Liebesliedern setzte sich Udo Jürgens aber auch immer wieder mit sozialen und gesellschaftskritischen Themen auseinander – was ihm nicht nur Zustimmung einbrachte. Von Überbevölkerung, Innenpolitik, Dekadenz und Überfluss bis hin zur Umwelt- und Drogenproblematik bezog er klar Stellung und unterscheidet sich damit von den meisten seiner Künstler-Kollegen. Aber nicht nur als Sänger war und ist Udo Jürgens sehr erfolgreich. Auch als Komponist schuf er Welthits für Stars wie Shirley Bassey, Matt Monroe, Sarah Vaughn oder Quincy Jones.
 Udo Jürgens ist ein Künstler, der sich immer wieder neu erfindet – stets mit Stil und Klasse und ohne sich selbst untreu zu werden. Ob in ausverkauften Konzerthallen oder beim Konzert „vor leeren Rängen“ nur für Zuschauer aus dem Internet: Der Ausstrahlung und der schillernden Persönlichkeit des Österreichers kann sich niemand entziehen. Einmalig in der deutschen Plattenindustrie: sein lebenslanger Plattenvertrag.
Der Start seiner Karriere war für Udo Jürgens allerdings alles andere als ein „Sahneschlecken“. Trotz seines unbestreitbaren musikalischen Talents floppten Anfang der 50er Jahre die ersten Gehversuche auf der Bühne. Vielleicht lag es an seinem damaligen Künstlernamen „Udo Bolan“? Denn nach der „Verwandlung“ in Udo Jürgens ging es schon kurze Zeit später steil bergauf. Der große Durchbruch kam schließlich 1966: Im dritten Anlauf beim Grand Prix d‘Eurovision de la Chanson wurde er mit dem ersten Platz für „Merci Chérie“ in Luxemburg belohnt.
In den 70er und 80er Jahren ging es dann für den Sohn einer Norddeutschen und eines Moskauers in rasantem Tempo weiter. So war Udo Jürgens beispielsweise 1981 der meist gespielte deutschsprachige Künstler bei allen deutschen Radiosendern. Unter den vielen Lorbeeren für seine Erfolge dürfte ihn eine Ehrung besonders gefreut haben: Mitte der 90er Jahre erhielt er vom damaligen österreichischen Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky die höchste Auszeichnung seiner Heimat, das „Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“.
Vielleicht haben seine Frauen nicht mehr „Siebzehn Jahr, blondes Haar“, aber auch „Mit (über) 66 Jahren“ genießt Udo Jürgens das Leben in vollen Zügen. Letzten September feierte der Grand Charmeur mit einer emotionsreichen TV-Gala seinen siebzigsten Geburtstag und schloss das Jahr 2004 als eines der erfolgreichsten seiner langen Karriere ab. Auch sein im vergangenen Jahr erschienener biografischer Familienroman „Der Mann mit dem Fagott“ hielt sich lange Zeit ganz vorne in den Bestsellerlisten.
Gehört er damit nun zum alten Eisen? Mitnichten! Udo Jürgens lebt für die Bühne und seine Fans und wird dies im kommenden Sommer erneut auf einer Solokonzert-Tournee unter Beweis stellen. Im Publikum werden sie dann wieder alle mitsingen und ihm ihre Herzen zu Füßen legen. Ans Aufhören denkt einer wie Udo Jürgens erst gar nicht ... |