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Das Steirische Kürbiskernöl

Das Steirische Kürbiskernöl ist eine traditionsreiche Spezialität aus der Steiermark. Durch seinen einzigartigen Geschmack eignet es sich vorzüglich zum Verfeinern verschiedenster Gerichte. Darüber hinaus stellt die edle Delikatesse einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung dar. Die hohe Qualität und die Echtheit des wertvollen Speiseöls werden durch ein strenges Kontrollsystem garantiert. Nur an jene Produkte, die alle Gütekriterien erfüllen, wird die Banderole "Steirisches Kürbiskernöl" vergeben. Besonders zeichnen das Steirische Kürbiskernöl sein unnachahmliches Aroma und sein nussig-feiner Geschmack aus. Sein traditioneller Hauptverwendungszweck liegt in der Zubereitung verschiedenster Salate, doch eignet es sich auch hervorragend zum Veredeln anderer köstlicher Gerichte, wie zum Beispiel Suppen, Nudelgerichte, Saucen, Reis und Aufstriche. Ein absoluter Insider-Tipp ist Vanilleeis mit Kürbiskernöl - schmeckt paradiesisch!

Geschichte des Kernöls
Das berühmte Kernöl, oder das "Grüne Gold", wie es auch genannt wird, hat eine lange Geschichte. Der Speisekürbis, lat. Cucurbita pepo, stammt aus Mittelamerika, und ist im Besonderen in Mexiko seit Jahrtausenden eine Kulturpflanze. Nach der Entdeckung Amerikas wurde der Speisekürbis auch nach Europa und Asien eingeführt, wo er bis heute ein beliebtes Gemüse darstellt.

Die Gewinnung von Kürbiskernöl aus einem speziellen Mutanten (Steirischer Ölkürbis, Cucurbita pepo var. styriaca, auch als var. oleifera bezeichnet) mit nichtverholzenden Samenschalen begann jedoch viel, viel später.

Um 1739 war die Nutzbarkeit des Kürbiskerns jedenfalls bereits bekannt. In einem Fachbuch aus diesem Jahr wurde über den Kürbis"saamen" unter anderem gesagt: "... man brauchet denselben offt zu den kühlenden Emulsionen und Milchen, wie auch zu anderen Träncken und Suppen. Es wird auch ein wiesses, süsses Oel daraus gepresset, welches eine linde, weiche Haut machet, und auch sonsten erweichet."

Aus dem gleichen Jahr stammt auch die offensichtlich erste dokumentierte Erwähnung von "Kirbis Öell". Und drei Jahre später, 1742 wurden laut einem Nachlassdokument im steirischen Rassach "14 Pfund Kürbes Öell" vererbt.

1773 befahl Maria-Theresia, dass Kernöl nicht als gewöhnliche Speise dienen sollte, sondern in die "Apotheken" zur Erzeugung von "Salben und Pflastern" gehöre.Kernöl

Nach Aufzeichnungen dachte man Anfang des 18. Jahrhunderts neben der kulinarischen und medizinischen auch über die militärische Nutzungsmöglichkeit von Kürbiskernöl nach - und zwar als Wagenschmiere. Der k.u.k. Offizier, der damals diese Idee aufbrachte, wollte vor allem den 10%igen Anteil an gesättigten Fettsäuren nutzen, die auch heutzutage noch das Ausgangsmaterial für Schmieröle bilden.

Kernöl wurde in dieser Zeit mit "Pressbäumen" hergestellt. Vor dem Ersten Weltkrieg war Kernöl keine gewöhnliche Handelsware sondern diente nur der Selbstversorgung der Bauern. Mit der zunehmenden Industrialisierung kamen dann die ersten hydraulischen Ölpressen auf.

Heute werden allein in der Steiermark jährlich über 2.000 Tonnen Kernöl gepresst und zu den unterschiedlichsten Preisen und in verschiedenen Qualitätsstufen weltweit vertrieben.


Herstellung
Der Steirische Ölkürbis wird im Frühjahr angebaut und gelangt im September bzw. Oktober zur Reifung. Zu dieser Zeit hat er seine typisch gelb-grüne Farbe bereits voll entwickelt. Seine dunklen, dickbauchigen Kerne werden herausgelöst, mit klarem Wasser gewaschen und vorsichtig getrocknet. In traditionellen, zumeist von Familien geführten Ölmühlen werden sie zu einer teigigen Masse vermahlen und unter dem Zusatz von etwas Wasser leicht erwärmt. Die Aufschließung des Öls erfordert viel Gefühl, Geduld und  Erfahrung des Pressmeisters. Für ein Liter Kürbiskernöl bedarf es der Kerne von 30-50 Kürbissen.

Gesundheit
Das Steirische Kürbiskernöl stellt eine gesunde Alternative zu tierischen Speiseölen dar. Es wird natürlich hergestellt und kommt gänzlich ohne Zusatzstoffe aus. Durch seinen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen und Vitaminen hat es einen sehr positiven Einfluss auf die Gesundheit und erfreut sich deshalb großer Beliebtheit bei ernährungsbewussten Menschen. Besonders Vitamin E, Phytosterin sowie Selen sind wertgebende Inhaltsstoffe des Steirischen Kürbiskernöls.

Inhaltsstoffe
Ungesättigte Fettsäuren (vor allem Linolsäure), Mineralstoffe (Phosphor, Calcium, Magnesium, Kalium), Spurenelemente (Eisen, Kupfer, Zink, Mangan) und Vitamine (A,C,E,K)

Steirisches Kürbiskernöl ist gut für Prostata und Blase
Bei 50-60% aller Männer zeigt sich ab dem fünfzigsten Lebensjahr eine Vergrößerung der Prostata. Die besonders im Steirischen Kürbiskernöl vorkommenden Phytosterine vermögen es, diese Entwicklung zu hemmen. Auch bei der Entwicklung von Arzneimitteln gegen die Reizblase, einer typischen Frauenkrankheit, wird auf Wirkstoffe des steirischen Ölkürbis zurückgegriffen.

Übrigens: das steirische Kürbiskernöl ist cholesterinfrei!

Haltbarkeit
Steirisches Kürbiskernöl hat eine Haltbarkeit von ca. 9 Monaten, wenn es gut verschlossen und lichtgeschützt aufbewahrt wird. Die optimale Lagertemperatur liegt bei ungefähr 15 Grad Celsius. Wenn Sie das Kürbiskernöl im Kühlschrank lagern, empfehlen wir Ihnen vor dem Verfeinern Ihrer Salate, das Öl einige Minuten an die Raumtemperatur anzupassen, damit sich das Aroma gut entfalten kann. Keine Panik bei Kernölflecken auf Ihrer weißen Bluse oder weißem Hemd, da die Natur bei der Entfernung dieser Flecken mithilft. Bei direkter Sonnenbestrahlung verbleicht die grüne Farbe zur Gänze.

Quellen: Land Steiermark, Kürbiskernöl im Internet
© Steiermark Tourismus/Sommerauer/Schiffer/Lamm